Abonniere jetzt unseren regelmäßig erscheinenden Newsletter und sichere dir € 10,00 Rabatt* oder 15% Rabatt auf den Listenpreis**
xspo-logo
Zurück zur Übersicht

Slalom (Ski Alpin)

Der Slalom ist eine technische Disziplin des alpinen Skirennsports. Die Tore stehen enger zusammen als im Riesenslalom, Super-G und in der Abfahrt. Dadurch entstehen sehr kurze Kurven, schnelle Richtungswechsel und ein hoher technischer Anspruch.

Ein klassischer Slalom wird in zwei Durchgängen ausgetragen. Die Strecke bleibt normalerweise dieselbe, die Torfolge wird für den zweiten Lauf jedoch neu gesetzt. Die Zeiten beider Durchgänge werden addiert.

➡ Der Slalom ist durch enge Torabstände, schnelle Bewegungen und eine besonders präzise Skiführung gekennzeichnet.

Was ist ein Slalom?

Beim Slalom fahren die Athleten einen durch rote und blaue Kippstangen vorgegebenen Kurs. Ziel ist es, alle Tore korrekt zu passieren und in möglichst kurzer Zeit das Ziel zu erreichen.

Slalom und Riesenslalom gehören zu den technischen Disziplinen im alpinen Skirennsport. Der Slalom besitzt jedoch:

  • engere Torabstände
  • kürzere Kurven
  • mehr und schnellere Richtungswechsel
  • kürzere und stärker taillierte Rennski
  • häufig direkten Kontakt mit den Kippstangen

Die Geschwindigkeit ist geringer als im Riesenslalom oder in den Speeddisziplinen. Durch die schnelle Abfolge der Tore bleibt die körperliche und technische Belastung trotzdem sehr hoch.

➡ Slalom ist nicht dasselbe wie Riesenslalom. Beide Disziplinen unterscheiden sich deutlich bei Torabständen, Fahrtechnik, Geschwindigkeit und Ausrüstung.

Wie läuft ein Slalomrennen ab?

Ein Slalomrennen besteht normalerweise aus zwei Durchgängen. Für jeden Lauf wird auf derselben Rennpiste eine neue Torfolge gesetzt. Die Athleten dürfen den Kurs vor dem Start besichtigen, aber nicht mit Renngeschwindigkeit durchfahren.

Bei der Besichtigung analysieren sie unter anderem:

  • Torabstände und Rhythmuswechsel
  • Haarnadeln und vertikale Kombinationen
  • verzögerte Tore
  • Geländekuppen und Übergänge
  • Schneebeschaffenheit und Pistenhärte
  • mögliche Fahrlinien

Die Gesamtzeit wird aus beiden Läufen berechnet:

Zeit aus dem ersten Durchgang + Zeit aus dem zweiten Durchgang = Gesamtzeit

Gewonnen hat der Athlet mit der niedrigsten Gesamtzeit. Ein ausgelassenes oder nicht korrekt passiertes Tor führt normalerweise zur Disqualifikation.

Wie sind die Tore im Slalom aufgebaut?

Die Tore werden abwechselnd mit roten und blauen Kippstangen markiert. Die Stangen sind beweglich gelagert und können von den Rennläufern mit Schienbein, Hand oder Unterarm zur Seite gedrückt werden.

Im modernen internationalen Slalom wird überwiegend mit einer Ein-Stangen-Setzung gefahren. Dabei wird bei vielen offenen Toren auf die äußere Stange verzichtet. Bestimmte Kombinationen sowie Start- und Zieltor können weiterhin vollständig mit zwei Stangen markiert werden.

Die Torbreite beträgt nach den internationalen Regeln grundsätzlich zwischen vier und sechs Metern. Der Abstand zwischen den Drehstangen aufeinanderfolgender Tore liegt normalerweise zwischen sechs und dreizehn Metern.

Die konkrete Anzahl der Tore beziehungsweise Richtungsänderungen hängt vom Höhenunterschied, der Wettbewerbsklasse und der Kurssetzung ab. Starre Angaben wie „Frauen fahren immer 45 bis 65 Tore“ gelten daher nicht für jeden Wettbewerb und jedes Reglement.

Offene Tore

Offene Tore erzeugen die normalen Richtungswechsel des Slalomkurses. Der Rennläufer fährt abwechselnd links und rechts an den Drehstangen vorbei.

Haarnadel

Eine Haarnadel besteht aus eng aufeinanderfolgenden Toren und verlangt einen sehr schnellen Wechsel von einer Seite auf die andere. Sie unterbricht den normalen Rhythmus des Kurses.

Vertikale Kombination

Bei einer vertikalen Kombination – häufig auch als Flush bezeichnet – stehen mehrere Tore annähernd in Falllinie hintereinander. Die Athleten fahren mit kurzen, schnellen Bewegungen durch diese Passage.

Eine vertikale Kombination macht den Rennläufer nicht automatisch schneller. Je nach Abstand, Gelände und Einfahrt kann sie den Rhythmus beschleunigen oder eine starke technische Bremswirkung besitzen.

Verzögertes Tor

Ein verzögertes Tor verändert die normale Links-rechts-Abfolge und zwingt den Rennläufer zu einer längeren Querbewegung. Dadurch soll die Linie anspruchsvoller und weniger vorhersehbar werden.

Wann ist ein Tor korrekt passiert?

Ein Tor ist korrekt passiert, wenn beide Skispitzen und beide Füße die vorgeschriebene Torlinie überqueren. Bei der Ein-Stangen-Setzung wird die Torlinie entsprechend der regelkonformen gedachten Position des Außentores bestimmt.

Der Oberkörper darf innerhalb der Torlinie geführt werden. Deshalb können Rennläufer die Kippstange mit Schienbein, Hand oder Unterarm wegdrücken, solange Ski und Füße auf der richtigen Seite bleiben.

Was bedeutet Einfädeln?

Von einem Einfädler beziehungsweise Straddle spricht man, wenn ein Ski auf der falschen Seite der Drehstange vorbeifährt. Die Stange befindet sich dann zwischen den beiden Skiern beziehungsweise Beinen.

Das bloße Berühren oder Umlegen einer Kippstange ist dagegen kein Torfehler. Entscheidend ist die Linie von Skispitzen und Füßen.

➡ Beim Slalom muss nicht der gesamte Körper um die Stange fahren. Beide Skispitzen und beide Füße müssen aber die korrekte Torlinie passieren.

Höhenunterschied und Streckenlayout

Auf höchstem internationalem Niveau gelten für Slalomrennen festgelegte Bereiche des Höhenunterschieds. Bei Männern liegt dieser typischerweise zwischen 180 und 220 Metern, bei Frauen zwischen 140 und 200 Metern.

Für Nachwuchsrennen, FIS-Rennen, Kontinentalcups und andere Wettbewerbsklassen können abweichende Vorgaben gelten. Maßgeblich ist immer die aktuelle Internationale Skiwettkampfordnung der FIS.

Ein Slalomkurs enthält gewöhnlich:

  • offene Tore
  • Haarnadeln
  • vertikale Kombinationen
  • verzögerte Tore
  • unterschiedliche Torabstände
  • Gelände- und Rhythmuswechsel

Ein guter Kurs soll die Athleten technisch fordern, ohne unkontrollierbare oder unnötig gefährliche Situationen zu erzeugen.

Startnummern im ersten Durchgang

Im alpinen Weltcup richtet sich die Startreihenfolge unter anderem nach der World Cup Start List, kurz WCSL. Dabei fließen die aktuellen beziehungsweise rollierenden Weltcupergebnisse der jeweiligen Disziplin in die Einteilung der Startgruppen ein.

Die bestplatzierten Slalomfahrer bilden eine bevorzugte Startgruppe. Innerhalb der jeweiligen Gruppen werden die Startnummern nach den gültigen Weltcupregeln ausgelost oder entsprechend der Rangliste vergeben.

Die genaue Berechnungsformel und Gruppeneinteilung kann von der jeweiligen Reglementversion abhängen. Eine dauerhaft feststehende vereinfachte Formel ist deshalb für einen Lexikonartikel wenig geeignet.

Eine frühe Startnummer kann auf einer frisch präparierten Piste vorteilhaft sein. Im Verlauf des Rennens können Spurrinnen, Löcher und Schläge entstehen. Bei Schneefall, Nebel oder wechselnden Temperaturen können sich die Bedingungen später aber auch verbessern.

➡ Eine niedrige Startnummer ist häufig, aber nicht unter allen Bedingungen vorteilhaft.

Startreihenfolge im zweiten Durchgang

Im Weltcup qualifizieren sich beim Slalom normalerweise die 30 schnellsten Athleten des ersten Durchgangs für den zweiten Lauf. Sie starten in umgekehrter Reihenfolge des Zwischenergebnisses.

  • Platz 30 des ersten Durchgangs startet als Erster.
  • Platz 29 startet als Zweiter.
  • Die Reihenfolge wird bis zum Führenden fortgesetzt.
  • Der Schnellste des ersten Laufs startet als Letzter.

Bei Weltmeisterschaften, Olympischen Spielen, Qualifikationsrennen, Nachwuchswettbewerben und anderen Rennserien können abweichende Regelungen gelten.

Welche Ski werden im Slalom verwendet?

Slalom-Rennski sind kürzer und stärker tailliert als Riesenslalom-, Super-G- und Abfahrtsski. Dadurch ermöglichen sie die schnellen und engen Richtungswechsel eines Slalomkurses.

Typische Eigenschaften sind:

  • kurze Skilänge
  • starke Taillierung
  • kleiner nomineller Radius
  • hohe Torsionssteifigkeit
  • sportlicher Flex
  • schnelle und kraftvolle Rückstellung
  • Rennplatte und leistungsorientierte Bindung

Ein kleiner Radius macht den Ski nicht automatisch einfach zu fahren. Echte Slalom-Rennski reagieren sehr direkt und verlangen eine präzise Belastung, ausreichend Kraft und eine saubere Technik.

Aktuelle FIS-Vorgaben für Slalom-Ski

Für die Saison 2025/26 gelten auf höchstem internationalem Niveau unter anderem folgende Vorgaben:

Mindestlänge155 cm165 cm
Vorgeschriebener Mindestradiuskeine feste Vorgabekeine feste Vorgabe
Mindestbreite in der Skimitte63 mm63 mm
Maximale Standhöhe des Systems50 mm50 mm

Für andere FIS-Ebenen, Nachwuchsklassen und Masters können teilweise abweichende Vorgaben gelten. Die Ausrüstungsvorschriften können außerdem zwischen den Saisons angepasst werden.

Ein im Handel als Slalomcarver oder SL-Ski bezeichnetes Modell ist nicht automatisch ein echter FIS-Rennski. Freizeitmodelle sind häufig weicher, gutmütiger und in zusätzlichen Längen erhältlich.

➡ Ein Slalomcarver für Freizeitfahrer und ein homologierter FIS-Slalomski können sich trotz ähnlicher Optik deutlich unterscheiden.

Welche Schutzausrüstung wird verwendet?

Durch den direkten Kontakt mit den Kippstangen tragen Slalomfahrer zusätzliche Schutzausrüstung. Typisch sind:

  • zugelassener Skihelm
  • modellabhängiger Slalom-Kinnschutz
  • Schienbeinschoner
  • Hand- beziehungsweise Knöchelschutz an den Skistöcken
  • Unterarmschutz
  • Rückenprotektor
  • schnitthemmende Unterbekleidung entsprechend den jeweiligen Vorgaben

Kinnschutz und andere Anbauteile dürfen nur verwendet werden, wenn sie mit dem Helm kompatibel und nach den geltenden Regeln zulässig sind. Provisorische oder nicht freigegebene Umbauten können die Schutzwirkung beeinträchtigen.

Unterschied zwischen Slalom und Riesenslalom

Kategorietechnische Disziplintechnische Disziplin
Torabständesehr enggrößer und offener
Kurvenkurz und schnell aufeinanderfolgendmittlere bis lange, flüssigere Kurven
Geschwindigkeitniedrigerhöher
Rennskikürzer und stärker tailliertlänger und mit größerem Radius
ToraufbauKippstangen, häufig Ein-Stangen-SetzungTore mit Stangen und rechteckigen Panels
Typische Belastungsehr schnelle Richtungswechsel und hohe Bewegungsfrequenzhoher Kantendruck und längere Belastungsphasen

Details zum längeren und schnelleren technischen Wettbewerb behandelt der separate XSPO-Lexikonartikel „Riesenslalom“.

Bekannte Slalomrennen

Mehrere Slalomrennen gehören zu den bekanntesten Veranstaltungen des alpinen Weltcups:

  • Nachtslalom in Schladming: Das Night Race wird auf der Planai ausgetragen und ist für seine große Zuschauerkulisse bekannt.
  • Slalom in Kitzbühel: Der Slalom findet am Ganslernhang statt – nicht auf der Abfahrtsstrecke Streif.
  • Lauberhorn-Slalom in Wengen: traditionsreicher Bestandteil der Lauberhornrennen.
  • Slalom in Adelboden: technisch anspruchsvoller Wettbewerb am Chuenisbärgli.
  • Slalom in Kranjska Gora: Teil des traditionellen Pokal-Vitranc-Wochenendes.

Austragungsorte und Weltcupkalender können sich von Saison zu Saison verändern.

Prägende Athleten und Rekorde

Zu den prägenden Slalomfahrern verschiedener Generationen gehören unter anderem Ingemar Stenmark, Alberto Tomba, Vreni Schneider, Janica Kostelić, Marcel Hirscher, Mikaela Shiffrin, Petra Vlhová, Henrik Kristoffersen und Clement Noël.

Mit Abschluss der Saison 2025/26 hält Mikaela Shiffrin den Rekord für die meisten Slalom-Weltcupwertungen. Ingemar Stenmark bleibt Rekordhalter bei den Männern und gehört auch bei den Slalom-Einzelsiegen zu den erfolgreichsten Rennläufern der Geschichte.

Da aktive Athleten weitere Siege und Titel erreichen können, sollten aktuelle Rekordzahlen über die offizielle FIS-Datenbank geprüft werden.

Häufige Missverständnisse

  • „Die beiden Durchgänge finden auf zwei verschiedenen Pisten statt.“ Normalerweise wird auf derselben Rennpiste gefahren, aber mit zwei unterschiedlich gesetzten Kursen.
  • „Ein Torfehler entsteht bereits beim Berühren der Stange.“ Nein. Entscheidend ist, ob beide Skispitzen und beide Füße die korrekte Torlinie passieren.
  • „Ein Slalomtor besteht immer nur aus einer Stange.“ Die Ein-Stangen-Setzung wird häufig verwendet, bestimmte Tore und Kombinationen werden jedoch weiterhin vollständig markiert.
  • „Ein Slalomski muss einen fest vorgeschriebenen Mindestradius besitzen.“ In den FIS-Ausrüstungsvorgaben 2025/26 ist für Slalom kein Mindestradius festgelegt.
  • „Der Kitzbühel-Slalom findet auf der Streif statt.“ Nein. Er wird am Ganslernhang ausgetragen.
  • „Jeder kurze Slalomcarver ist ein FIS-Rennski.“ Nein. Freizeit- und Rennmodelle unterscheiden sich deutlich in Aufbau, Flex und Zulassung.

FAQ

Was ist der Slalom im Ski Alpin?

Der Slalom ist eine technische alpine Renndisziplin mit sehr eng gesetzten Toren. Er verlangt kurze Kurven, schnelle Richtungswechsel und eine präzise Skiführung.

Wie viele Durchgänge hat ein Slalom?

Ein klassischer Slalom besteht normalerweise aus zwei Durchgängen. Die Zeiten beider Läufe werden addiert.

Wie groß ist der Torabstand im Slalom?

Die Drehstangen aufeinanderfolgender Tore liegen nach den internationalen Regeln normalerweise zwischen sechs und dreizehn Metern auseinander. Die Torbreite beträgt grundsätzlich vier bis sechs Meter.

Was ist ein Einfädler?

Bei einem Einfädler fährt ein Ski auf der falschen Seite der Drehstange vorbei. Die Stange gelangt dadurch zwischen die Ski beziehungsweise Beine. Das Tor wurde dann nicht korrekt passiert.

Wer startet im zweiten Durchgang zuerst?

Im Weltcup starten normalerweise die 30 Schnellsten des ersten Durchgangs in umgekehrter Reihenfolge. Platz 30 beginnt, der Führende startet zuletzt.

Wie lang sind Slalom-Rennski?

Auf höchstem FIS-Niveau gelten in der Saison 2025/26 mindestens 155 cm für Frauen und 165 cm für Männer. In anderen Klassen können abweichende Regeln gelten.

Welchen Radius haben Slalom-Ski?

Slalom-Ski besitzen typischerweise einen kleinen Radius. Die FIS schreibt für Slalom in der Saison 2025/26 jedoch keinen festen Mindestradius vor.

Ist ein FIS-Slalomski für Freizeitfahrer geeignet?

Ein echter FIS-Slalomski verlangt viel Kraft, eine präzise Technik und ausreichend Platz. Für viele Freizeitfahrer ist ein gutmütigerer Slalomcarver besser geeignet.

Infobox